MSC Kobra Malchin e.V.

Die Geschichte des Motoball in Malchin 

 

Wie alles begann…

Der Ursprung des Motoballs in Malchin findet sich im Nachbarort Neukalen. Hier wurde Motorsport groß geschrieben. In den frühen 50er Jahren entwickelte sich Motocross in Neukalen mit rasanter Geschwindigkeit. Viele der noch zu erwähnenden Personen waren für den Motocross tätig.Doch dann stagnierte Ende der 60er Jahre die Entwicklung in Neukalen. Zu groß wurden die Unterschiede zwischen Werks- und Eigenbaumaschinen. Dann aber eroberte eine neue Sportart 1965 den Norden

Motoball

Aus Anlass der Friedensfahrtankunft im Erfurter Georgi-Dimitroff-Stadion fand das erste Spiel zwischen dem MC Gotha und dem MC Energie Erfurt statt.

Der Motoball war geboren.

Hierzu machten sich zwei der Neukalener Motorsporthelden auf den Weg nach Erfurt und später nach Dresden, um Erkundigungen einzuholen, wie der Motoball umgesetzt werden kann, denn genügend Anhänger gab es in der Region für den Motorsport. Sie erkannten den Reiz dieser doch sehr „staubigen Sache“ sofort. „Dies müssen wir den Jungs zu Hause unbedingt zeigen,“ waren sich Manfred Rahmel und Alfred Stübs einig. Da der Bergring in Teterow und insgesamt der Motorsport in unserer Region ein Begriff sind, wurde 1968 ein Werbespiel zwischen den Mannschaften „Betonwerke Dresden“ und „MC Straßenwesen Radebeul“ zu Pfingsten vereinbart.

Das Spiel sollte der Auftakt für eine enthusiastische Motorsportbegeisterung sein, die bis ins letzte Detail 1969 durchgeplant wurde. Motoball in Malchin – das war das Ziel! Die ersten Maschinen wurden in der KFZ-Werkstatt von Wilhelm Schulz in Neukalen gebaut. Am 06.10.1969 kam es dann zur Premiere des Malchiner Motoballs in Stavenhagen. Der Gegner war das gestandene Team der „Betonwerke Dresden.“ Die Elbflorenzer „pusteten“ die unerfahrenen Gastgeber, mit 11:0-Endstand, förmlich vom Platz. Einen Tag später gab es vor 1200 Malchinern ein Ergebnis von 10:0. Das aber haute die Jungs nicht um, im Gegenteil, bei ihnen war der Ehrgeiz geweckt, der auch bald zum Erfolg führte. Am 25.10.1969 feierten die Malchiner einen grandiosen Sieg mit 6:0 über die „ ASG Berlin–Karlshorst“. Der Angriffspieler Klaus Lange eröffnete damals den Torreigen für die Malchiner. Es war der Anfang einer steilen Karriere für die Malchiner Motoballer. Selbstbewusst strebten sie die Teilnahme zur 2. DDR-Liga an. Der Grundstein war gelegt, aber nun galt es die Trainingsbedingungen auch so zu schaffen, dass die Mannschaft sich weiterentwickeln und auch in der Heimat darstellen konnte. Mit Hilfe des damaligen Bürgermeisters gelang es den Hartplatz als Arena in der Lindenstraße zusammen mit den Fußballern und dem Schulsport zu nutzen. Als Trainingsplatz bekamen die Motoballer den ehemaligen Reitplatz am Malchiner Hainholz  von der Stadt Malchin geschenkt.

Das zahlte sich aus...

1970 stiegen die Malchiner Motoballer also in die 2.Liga ein und beendeten diese mit dem hervorragenden 3. Platz. Aufgrund des glücklichen Umstandes, dass die zweite Mannschaft eines Clubs nicht aufstiegsberechtigt war, gelangten unsere Motoballer zusammen mit Radebeul in die 1. Liga der DDR. Das hatte die Auswirkung, dass nun ein „Spezialclub“ erforderlich war und es zu einer Abnabelung des Malchiner Motoballs vom sogenannten „Mutter-Club“ kam. Im Januar 1971 wurde unter großem Engagement des Betriebsdirektors des „VEB Kraftverkehrs Malchin“ der „MC Kraftverkehr Malchin“ gegründet. Das erste Jahr in der 1. Liga wurde erfolgreich mit dem 4. Platz beendet. Und anschließende Zahlen belegen das gigantische Interesse der Bevölkerung an dieser Sportart. Im Schnitt kamen ca. 1200 Zuschauer zu den Heimspielen. Bis zu 300 Schlachtenbummler fuhren mit Sonderbussen zu entscheidenden Auswärtsspielen. Bei Länderspielen, wie egen die ehemalige UdSSR, kamen bis zu 5000 Zuschauer in die Arena. 1972 gelang dann zum ersten Mal den Malchiner Motoballern das Unfassbare. Der „MC Kraftverkehr Malchin“ wurde, ohne auch nur einen einzigen Punkt abzugeben, mit 20:0 DDRMeister.

Der Durchbruch bewegte die ganze Region und gab den Spielern die Motivation und den Ehrgeiz bis 1975 ununterbrochen die Nummer Eins zu bleiben. Der Pokalgewinn war nicht nur einmal, sondern beeindruckende vier Male zu verzeichnen. Ende der 70er Jahre kam dann der große Generationenwechsel der Mannschaft, der natürlich zunächst den Siegeszug der „Rahmel-Schützlinge“ (nach dem Trainer Manfred Rahmel) etwas bremste. Jedoch sind vier Vizemeistertitel, dritte und vierte Plätze bis ins Jahr 1989 bezeichnend für die damalige Spitzenstellung der Malchiner Motoballer. Anfang der 90er Jahre löste sich der aktive Spielbetrieb der Motoballer in Malchin auf. Die Seele des Clubs ist aber nicht untergegangen, wie wir heute sehen können. Und das lässt für die Zukunft hoffen … .

Manfred Rahmel, der Trainer der Malchiner Motoballer, ist seinem Hobby bis heute treu geblieben. Man sieht ihn regelmäßig auf zwei Rädern durch die Stadt und übers Land fahren. Und das ist etwas, was die Menschen in ihren Bann zieht, so wie früher …

  

Mit Leib und Seele Motorsport!!!

Text: A. Goetsch

 

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